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Rauhnächte in Mieming

Räuchern und Segnen in Mieminger Stall

Tiroler Brauch: Das Räuchern in den Rauhnächten

Das Räuchern in den Rauhnächten ist ein alter Tiroler Brauch, der auch in Mieming gepflegt wird. Die Zeit zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag galt früher als besonders heilig. Noch heute werden viele Häuser und Stallungen "ausgeräuchert" und damit gesegnet. Mieming-Plus begleitete am Heiligabend um 17 Uhr Gerti Plattner und HR Dr. Otto Thaler in den Stallungen der Familie Thaler im Gasthof zur Post beim Räuchern, Segnen und Beten. Gerti Plattner: "Das ist ein uralter Brauch. Man erbittet den Segen, damit es das ganze Jahr gut geht und das Ungute vertrieben wird."


Räuchern, segnen und beten

"Das Weihwasser stammt noch aus der Osterzeit", erklärt die Obermiemingerin Gerti Plattner, die gemeinsam mit HR Dr. Otto Thaler die Pferdestallungen beim Gasthof zur Post segnet. Otto Thaler ist für das "Räuchern" zuständig. "Den Brauch pflegt unsere Familie schon seit Generationen", so Thaler. "Den Räucherkessel habe ich vom Vater übernommen. Er hat es so wie wir heute gemacht. Über die glühende Holzkohle im Kessel streuen wir Weihrauch."


Gerti Plattner

In drei Rauhnächten wird geräuchert

An insgesamt drei Rauhnächten wird in Mieming und in den Dörfern auf dem Miemigner Plateau geräuchert: am Heiligen Abend, zu Silvester und am Vorabend zum Dreikönigstag. Mit dabei sind traditionell Familienangehörige und enge Freunde. Unter den ursprünglich 12 Rauhnächten verstand man die Zeit zwischen dem 24. Dezember (früher 21. Dezember, Thomastag) und den 6. Jänner. Sie waren charakterisiert durch eine besondere Andacht und Arbeitseinschränkung. Die Zeit galt als besonders heilig, gleichzeitig eine Zeit, in der vermehrt Bräuche stattfinden.


Rauhnächte in Mieming

Legende und Glaube

In manchen Tiroler Regionen glaubte man, dass in den Rauhnächten die Percht, eine Sagengestalt, durch die Gegend schleicht. Deshalb stellte man Milch und Brot vor die Tür. Der Begriff "Rauhnacht" leitet sich vom "Ausräuchern des Hauses"ab, usprünglich durch einen Priester. Dieses Räuchern war früher in weiten Tirols üblich, ist heute nur noch in wenigen Gebieten bekannt. In einen Behälter wird Glut aus dem Herd gegeben. Auf die Glut legt man Weihrauch. Teile des am Palmsonntag geweihten Palmbesens und andere geweihte Kräuter kommen dazu. Betend zieht man mit dem Weihwassereimer und dem Räucherbehältnis durch Stall und Haus.


Geweihter Palmbesen

In der Rauhnacht reden die Tiere

Nach dem Räuchern und Segnen wurden am festlich gedeckten Stalltisch Weihnachtsbäckereien, Glühwein und Kinderpunsch gereicht. Dabei wurden Geschichten erzählt, zum Beispiel, dass Gerti Plattners Vater glaubte, dass in der ersten Rauhnacht die Tiere reden und sagen, was ihnen das Jahr über nicht gepasst habe. "Ich bin heimlich in den Stall gegangen, hab aber nichts gehört", so Gerti. Nach der ersten Rauhnacht am Heiligen Abend wünscht man sich ein gesegnetes Weihnachtsfest. Auf die Kinder wartet danach die Bescherung.


Festlicher Tisch

Fotostrecke: Rauhnächte in Mieming

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Fotos und Text: Knut Kuckel, Mieming-Plus, eMail: info@mieming-plus.at


Adventfenster in Wildermieming
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