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Chryseldis: Retrospektiven

Chryseldis-Fenster, Kapelle Schloß Landeck

Meditation zum Lichtweg von Chryseldis

Mit einer Andacht in Wort und Bild am Vorabend von Allerheiligen wurde die erfolgreiche Ausstellung "Retrospektiven" von Chryseldis in Schloss Landeck abgeschlossen. Die Andacht setzte sich mit dem sehnsüchtigen Glauben an die Auferstehung auseinander. Mit einer grossen Retrospektive feierte die Stadt Landeck im Oktober den 60. Geburtstag ihrer Künstlerin Chryseldis. Die international anerkannte Malerin lebt und arbeitet in Wildermieming-Affenhausen.


Chrysos - griech. für Gold

Chryseldis – wie chrysos – Gold – das umschreibt wohl am Besten, was sie für uns ist. (Eva Lunger-Valentini, Schloss Landeck)

Tief verwurzelt in ihrer Heimat

„Sowie diese Häuser – die Burg Landeck und das Gasthaus zur Porten, oder später umbenannt zum Veteranen und schließlich Gasthaus Andreas Hofer, tief verwurzelt in der Geschichte dieser Region sind, so verwurzelt ist auch Chryseldis mit ihrem Heimatort“, sagte die Kustodin und Leiterin der Museums-Galerie Schloss Landeck, Eva Lunger-Valentini zur Ausstellungseröffnung.


Eva Lunger-Valentini

Herbert Danler: Sie war schon immer fertig

Die Chryseldis-Retrospektive in Landeck ging bis in die Anfänge der Rudolf-Hausner-Schülerin zurück, als ihre Handschrift noch eine wuchtig expressive war, wie ein Selbstbildnis der jungen Chryseldis zeigt. Das Selbstportrait widmete sie als Schülerin der 5. Klasse am Gymnasium Landeck ihrem Lehrer Prof. Herbert Danler, der von ihr sagt, sie sei schon immer fertig gewesen. Ein zweiter Vater ist Herbert Danler für Chryseldis geworden. Ihm, sagt sie, habe sie alles zu verdanken.


Chryeldis

Eine eigene, unverwechselbare Bildwelt

Der Künstlerin Chryseldis geht es nicht um ein Abbilden äußerer Wirklichkeiten, sondern um Innenschauen, die aber immer mit dem Realen zu tun haben. Dazu ihr Mann, der erfolgreiche Theater- und Drehbuchautor Felix Mitterer: „Ein Bild von Chryseldis ist unter Tausenden zu erkennen, denn sie hat sich ihre eigene, unverwechselbare Bildwelt erschaffen, und zwar schon sehr früh, als Akademiestudentin schon“.


Felix Mitterer

Malen ist mein Ausdrucksmittel

„Malen ist mein Ausrucksmittel“, sagt Chryseldis. „Ich würde sehr gerne schreiben können, aber es bereitet mir schon große Mühe einen Brief zu schreiben. Ich habe auch nicht gedacht, dass Mosaik und Glasfenster einmal mein Medium werden könnten. Zu den Glasfenstern kam ich über Max Weiler. Er hat mir Mut gemacht, das auszuprobieren. Ich habe auch nicht gedacht, dass ich Plakate machen könnte. Ich bin da irgendwie hineingewachsen.“


Chryseldis Hofer-Mitterer

Unverwechselbare Handschrift

„Bereits in den frühen Siebzigerjahren fand Chryseldis zu ihrer unverwechselbaren Handschrift, die ebenso naiv wie raffiniert, malerisch delikat wie grafisch differenziert ist“, schreibt Edith Schlocker in der Tiroler Tageszeitung. „Um in Bildern Geschichten zu erzählen, die mit Heimat und deren Verlust, mit Verletzungen, Hoffnungen, Glück und Ängsten – letztlich den ganz großen Fragen des Menschseins – zu tun haben.“


Die Bergbraut

Eigener Raum für den "Lichtweg"

„In der Landecker Ausstellung zeigte sich Chryseldis in ihrer ganzen technischen Neugierde“, so Edith Schlocker. „Als Malerin großer und ganz winziger Bilder, als begnadete Lithografin, als Entwerferin von Mosaiken und Plakaten. Etwa alljährlich für die Telfer Volksschauspiele. Ein eigener Raum ist für ihren ‚Lichtweg‘ reserviert, den Chryseldis 1981 für die Fließer Kirche gemacht hat.“


Lichtweg

Eine Sprache, die jeder versteht

„Chryseldis hat ihre eigene Bildsprache entwickelt“, so Eva Lunger-Valentini. „Ihre Bilder sind einfach, die Formen reduziert auf das Wesentliche. Die Farben leuchten in unglaublicher Brillanz und der Betrachter spürt Schönheit der Natur, oft eine stimmige Welt oder bei manchen Bildern Betroffenheit. Viel Wissen und Erlebtes wird eingebettet in Metapher; Bäume, Wolken, Mauern und Berge sprechen eine Sprache, die jeder versteht. Über all dem liegt die Inspiration der Farbe und macht Chryseldis Bilder unvergleichlich und jedes Einzelne der Malerin zuschreibbar“.


Chryseldis-Fenster

Fotostrecke: Chryseldis-Ausstellung Landeck

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Fotos: Knut Kuckel, Mieming-Plus, eMail: info@mieming-plus.at

Chryseldis Hofer-Mitterer

Geboren am 25. Oktober 1948 in Landeck/Tirol
Schülerin des Malers und Kunsterziehers Herbert Danler
1966 Aufnahme in die Akademie der bildenden Künste in Wien
1974 Diplom mit Meisterschulpreis bei Rudolf Hausner
Seither freischaffende Malerin, verheiratet mit dem Autor Felix Mitterer, eine Tochter Anna (geb. 1980)


Chyseldis im Atelier

Einzelausstellungen

1974 Galerie Elefant, Landeck
1975 Galerie Maier, Innsbruck
1979 Galerie Block, Innsbruck
1981 "Lichtwegbilder", Galerie Elefant, Landeck
1983 Galerie Elefant, Wien
1986 Buchpräsentation Glasfenster Eben und überarbeitete Entwürfe, Galerie Elefant, Landeck
1987 Graphiken und Mischtechniken, Galerie Elefant, Hall
1987 "Frauenbilder", Galerie Thomas Flora, Innsbruck
1993 "Aus der Bergwelt", Galerie Elefant, Hall
1995 Präsentation der Lithographien "Bäume", Galerie Elisabeth + Klaus Thoman, Innsbruck
1998 Präsentation der Lithographien "Für Felix", Galerie Elisabeth + Klaus Thoman, Innsbruck
2000 Lithographien und Bilder, Galerie Schmidt, Reith im Alpbachtal
2007 "Chryseldis", Galerie Spielmann, Ehrwald
2008 5. Afrafest, Jubiläumslithographien „Lebensweg I und II“, Steindruckerei Stecher & Stecher, Wildermieming-Affenhausen
2008 Retrospektiven, Ausstellung zum 60. Geburtstag von Chryseldis, Schloss Landeck


Familie Mitterer v.l. Felix, Anna + Chryseldis Mitterer

Ausstellungsbeteiligungen

1984 Tirol-Tendenzen 84, Tiroler Kunstpavillon; Galerie im Taxispalais, Innsbruck; Schloss Maretsch, Bozen (Katalog)
1992/93 Kunst in Tirol im 20. Jahrhundert, Institut für Kunstgeschichte, Universität Innsbruck (Katalog)


Afra-Lithographie

Auftragsarbeiten

1976 Vier Bildtafeln für das Altersheim Landeck
1981 Zwölf Bildtafeln ("Lichtweg") für die Barbara-Kirche in Fließ
1983 Bühnenbild für die Eröffnungspremiere (Glaube und Heimat von Karl Schönherr, Regie Ruth Drexel) des Münchner Volkstheaters
1985 Glasfenster ("Sechs Heilige Frauen") für das Notburga-Heim der Barmherzigen Schwestern in Innsbruck
1989 Glasfenster für den Piccard-Saal in Obergurgl
1992 Glasfenster für eine Wegkapelle der Barmherzigen Schwestern in Innsbruck
1997 Wandmosaik (Ausführung Hans Pfefferle) im Foyer des Stadtsaales (und Handelskammer) Landeck. Glasfenster für die Afra-Kapelle, Wildermieming-Affenhausen
2000 Glasfenster für die Friedhofskapelle in Hippach
2001/02 Glasfenster für die Heiliggeistkirche in Telfs/Schlichtling
2002 Glasfenster für das Alten- und Pflegeheim (intergeneratives Wohnen) in Telfs/Schlichtling. Zahlreiche Plakatentwürfe für die Tiroler Volksschauspiele
2008 Fünf Glasfenster, Trausaal, Standesamt Innsbruck


Afrakapelle Affenhausen


Adventkunsttage in Wildermieming
Ursula + Dietmar Tiefengraber