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Pfarrer Herbert Traxl verlässt Mieming

Pfarrer Herbert Traxl im Widum Untermieming

Abschied von Pfarrer Herbert Traxl

Im Rahmen des Isidori-Festes wurde Pfarrer Lic. Herbert Traxl von seiner Gemeinde in Mieming verabschiedet. Pfarrer Traxl war acht Jahre lang Seelsorger und Verwalter der Pfarrgemeinde in Mieming. Er wird sich ein halbes Jahr im Kloster Bose, einer geistlichen Gemeinschaft im italienischen Piemont, auf seine neuen Aufgaben vorbereiten. Pfarrer Herbert Traxl wird die drei Pfarreien in Zams und das Geistliche Zentrum Kronburg leiten. Sein Nachfolger wird am 1. September Pater Andreas Rolli, der zur Zeit Pfarrer in Obsteig ist. Mieming-Plus hatte Gelegenheit zu einem Gespräch mit Pfarrer Herbert Traxl. [ weiter ]


Spekulationen um den Pfarrerwechsel

„Wichtig ist mir, das alle wissen, dass ich den Wechsel nicht angestrebt habe. Das wäre mir nicht in den Sinn gekommen“, so Pfarrer Herbert Traxl auf die, in diesen Tagen häufig gestellte Frage: „Warum verlassen Sie die Gemeinden in Mieming?“. Es sei in diesem Zusammenhang viel spekuliert worden und er wisse: „Man sagt immer ‚der Pfarrer geht‘ und meint damit ‚ Du verlassest uns‘“. Die Veränderung ging von der bischöflichen Personalkommission der Diözese Innsbruck aus. Nach einer ausgebetenen Bedenkzeit habe er aufgrund seiner priesterlichen Spiritualität eingewilligt.


Wechsel nicht angestrebt

Der Start in Mieming war nicht leicht

Der Start in Mieming war für Pfarrer Herbert Traxl sehr gut bis weniger gut. Die Menschen der Gemeinde hätten ihn dankbar und freundlich aufgenommen, allerdings war der Verwaltungseinstieg nicht unproblematisch, weil sein Amtsvorgänger aus gesundheitlichen Gründen die Pfarre nicht so übergeben konnte, wie es allgemein üblich sei. Bei einem Pfarrbereich mit acht pfarrlichen Gebäuden, war somit der Beginn überwiegend von adminitrativen Notwendigkeiten geprägt. Für einen Pfarrer, der seelsorgerische Akzente setzen möchte, besonders schwer.


Einsegung Bachkapelle

Bis Kaiser Josef II. waren Priester nur Seelsorger

„Meines Wissens – das habe ich irgendwo gelesen – war es den Priestern und Seelsorgern bis Kaiser Josef II. (1741 – 1790) nicht erlaubt, sich um die Pfründeerhaltung zu bemühen. Sie waren ausschließlich für die Seelsorge da“, erinnert sich Pfarrer Traxl. „Viele Priester wären heute froh, wenn die verwaltungstechnischen Aufgaben von ihrer Arbeit gelöst wären“. Vielleicht könne sich die Diözese in der Zukunft vorstellen, das neu zu organisieren. Nach einer internen Überlegung der Diözese Innsbruck könnten in zehn Jahren ca. 70 Priester für rund 240 Gemeinden und Seelsorgestellen zuständig sein.


Einsegung Josefskapelle

Große Herausforderung - die Kirchensanierung

Zu den anspruchsvollsten Herausforderungen in der Amtszeit von Pfarrer Traxl gehörte die Kirchenrenovierung von innen und außen. Die Generalsanierung kostete ca. 1,5 Millionen Euro. „Ohne die vier Agrargemeinschaften – Obermieming, Untermieming-Fiecht, See-Tabland, Zein und Barwies – wäre es nicht gegangen“, so Pfarrer Traxl. Die Agrargemeinschaften hätten viel Geld dazu gegeben. Freiwillige Helfer und Helferinnen „unglaubliche 8102 freiwillige Arbeitsstunden“ investiert. Von den 634 Traktor- und Baggerstunden gar nicht zu reden. Allein die unentgeldlichen Arbeitsstunden aller hätten zusammengerechnet einen Wert von rund 338.000 Euro gehabt.


Kirche Untermieming

Vielzahl von Erneuerungs- und Sanierungsmaßnahmen

Und immer sei die Stimmung unter all den Helfern sehr gut gewesen. „Alle haben es als Ehre empfungen, die unbezahlbare Arbeit in ihrer Freizeit zu leisten“, so der scheidende Pfarrer. Es gab aber noch eine Vielzahl anderer Erneuerungs- und Sanierungsmaßnahmen: u.a. wurde das Hl Grab der Isidori-Reliquie renoviert, die Kirchenorgel restauriert, die Kirchentür mit Kupferblech verkleidet, die Widums Barwies und Untermieming baulich erneuert und vieles mehr. Bei allen Aufgaben und Maßnahmen waren die Pfarrkirchen in Barwies und Untermieming eine unschätzbare Stütze.


Isidori-Reliquie

Es wurde vieles geleistet

In pastoraler Hinsicht sei vieles geleistet worden, wengleich nicht alles, was sich Pfarrer Herbert Traxl gewünscht hätte. Sehr zufrieden sei er mit den monatlichen Bibelgesprächen (Nikodemusstunden) und der Gründung des Kinderchores „Kirchenmäuse“ gewesen. Das Pfarrarchiv sei u.a. erstellt und ausgebaut worden, es habe eine Bibelausstellung gegeben, die Gründung des Chors „Chorona“, einen Kirchenführer, monatliche Familiengottesdienste, die Ausbildung von Pastoralpraktikanten und den Ausbau der Ministrantenbetreuung.


Feldmesse in Barwies

Was noch fehlt, ist die Jugendarbeit

„Was ich leider nicht geschafft habe“, so der Pfarrer bedauernd, „ war der Aufbau einer zeitgemäßen Jugendarbeit“. Das war zeitlich nicht möglich, sei aber mit Blick in die mittelfristige Zukunft eine bedeutungsvolle Aufgabe. Zu den Höhepunkten zählte für Pfarrer Traxl die Bischöfliche Visitation der Pfarren Untermieming und Barwies am 2. Juni 2006. Das sei schon deshalb etwas besonderes, weil der Innsbrucker Bischof Dr. Manfred Scheuer in der Diözese Innsbruck für 240 Gemeinden und Seelsorgestellen zuständig sei. Um die alle zu besuchen, könnten gut und gerne 30 Jahre vergehen.


Pfarrer Herbert Traxl

Acht Jahre in Mieming waren eine gute Zeit

Wir bitten Pfarrer Herbert Traxl zum Schluß unseres Gespräches um eine abschließende Bewertung seiner Amtszeit. Dazu war er gerne bereit und sagte: „Für mich waren die acht Jahre hier in Mieming eine wirklich gute Zeit. Ich habe versucht, das Beste von mir zu geben und es haben sich sehr viele und sehr gute freundschaftliche Begegnungen bzw. Beziehungen entwickelt – von mir zu den Gemeindemitgliedern hin und umgekehrt – und ich habe hier die landschaftliche Schönheit genossen“.


Acht gute Jahre

Mieming sagte "Pfiat di!"

"So voll war unsere Kirche schon lange nicht mehr", sagte ein Besucher des Festgottesdienstes in Untermieming, am Sonntag, dem 6. Juli 2008 zum Abschied von Pfarrer "Herbert" und im Gedenken an den Heiligen Isidor. Nach dem Einzug der Mieminger Vereine in die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zelebrierten Pfarrer Herbert Traxl und Pastoralpraktikant Andreas Geisler die Messe. Nach der Isidori-Prozession, konnten sich die Mieminger von ihrem Pfarrer verabschieden. [ weiter ]


Pfiat di

Wie geht‘ s in unseren Pfarreien weiter?

Der neue Pfarrer, Pater Andreas Rolli, wird ab September für die Pfarren Untermieming und Barwies verantwortlich sein. Pastoralpraktikant Mag. Andreas Geisler wird noch bis Feber 2009 im Widum Barwies wohnen und für die beiden Mieminger Pfarren tätig sein. Am 15. Feber des kommenden Jahres wechselt er als pastoraler Mitarbeiter in den Seelsorgeraum Zams, Zammerberg, Schönwies. Pfarramtsleiterin Astrid Hesche wird noch bis Mitte Feber im Pfarrbüro Untermieming arbeiten und dann ebenfalls in Zams ihre neue Aufgabe übernehmen. Pater Rolli gibt seinen Pfarrgemeindeeinstand am 7. September d.J. in Untermieming.


Wechsel nach Zams

Knut Kuckel

Stationen von Herbert Traxl:

Geb. am 7. Mai 1955 in Zams

Priesterweihe am 30. Mai 1981 in Innsbruck

1981-1985 Kooperator in Prutz

1985-1987 Kooperator in Breitenwang

1987-1989 Präfekt am Paulinum Schwaz

1989-1993 Spiritual am Priesterseminar Innsbruck

1993-1996 Pfarrer in Kematen

1996-1998 Regens am Priesterseminar Innsbruck

1998-2000 Studium am Istituto die Spiritualità/Gregoriana in Rom

2000-2008 Pfarrer in Untermieming und Barwies, Geistlicher Assistent für Berufungspastoral in der Diözese Innsbruck




Messe Untermieming

Fotostrecke

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Fotos: Knut Kuckel, Mieming-Plus, eMail: info@mieming-plus.at


Mieming: Einstand Pfarrer Andreas