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Wintersonntag in Mieming

Georgskirche Obermieming

Winterwandertag von Barwies zur Stöttlalm

Mieming-Plus spiegelt den herrlichen Wintersonntag in Mieming Ende Jänner in einer Fotoreportage. Wir waren in Barwies, See, Untermieming, Weidach und Obermieming. Der Wandertag begann an der Kapelle zum Hl. Benedikt in Barwies, führte von dort, am Feldkreuz vorbei, nach Untermieming, See, Weidach wieder zurück nach Obermieming und hatte schließlich die Stöttlalm am Fuße der Mieminger Kette zum Ziel. Der Vormittagshimmel war noch etwas nebelverhangen, um die Mittagszeit kam die Sonne heraus und bei Temperaturen zwischen -5 bis -7 Grad hatten wir ein ideales Fotowetter.


Ausgangspunkt war die Kapelle zum Hl. Benedikt

Der Ausgangspunkt wurde am Vorabend, beim Feuerwehrball im Gespräch mit dem Barwieser Ortsbauernobmann und Mieminger Gemeinderat Benedikt van Staa vereinbart. „Schau Dir doch mal unsere Kapelle an, die wir dem Heiligen Benedikt gewidmet haben und die 2005 errichtet wurde.“ Das lateinische „bene dictus“ heißt „wohl gesagt“ und damit war der Vorschlag angenommen. Die Kapelle zum Heiligen Benedikt liegt beim Hof von Benedikt van Staa in Barwies am Zirchbichl.


Hof van Staa

Weg zur Kapelle ist lohnenswert

Der Weg zur Kapelle ist mehr als lohnenswert. Eine kleine Bank in der offenen Holzkonstruktion mit einem Benedikt-Fenster lädt zur Meditation ein und öffnet an diesem Sonntag einen Blick auf schneeweiße Winterlandschaften. Am Horizont sieht man den Zwiebelturm der Pfarrkirche in Barwies, unser nächstes Ziel. Der Betrachter übt sich in Demut, wohl auch daran denkend, das „Zucht und Maß“ ein Konzept des Klöstergründers Benedikt war.


Kapelle zum Hl. Benedikt

Besuch der Pfarrkirche in Barwies

Der dem Heiligen Benedikt irrtümlich zugeschriebene Grundsatz „Ora et labora (et lege)" („Bete und arbeite (und lies)") zeigt Wirkung und führt uns bergab in die Barwieser Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit. Zum wiederholten Male sehen wir ihn in seiner imposanten Größe vor uns, den markanten, von einem Zwiebelhelm gekrönten Turm. Beim Betreten der Kirche fällt der reiche Gewölbestuck und der Hochaltar mit dem nazarenischen Altarblatt zu Ehren der Dreifaltigkeit auf. Beim Hausaltärchen steht noch die Weihnachtskrippe.


Pfarrkirche Barwies

Blick vom Feldkreuz auf das Mieminger Plateau

Von der Kirche in Barwies ist es nicht weit zum Feldkreuz an der Seegasse. Im Juni des vergangenen Jahres zelebrierte hier der damals scheidende Pfarrer Herbert Traxl eine Feldmesse anlässlich des 60jährigen Bestehens der Jungbauernschaft. Das war ein föhliches Fest. Heute ist es still am Feldkreuz. Von hier oben öffnet sich der Blick weit über das Mieminger Plateau. Am Fuße der Seegasse liegt Barwies und im Süden Untermieming und der Ortsteil See.


Feldkreuz Barwies

Dörfliche Behaglichkeit in See

Vom Feldkreuz sind es nur ein paar Minuten bis nach See. Die Kapelle in See und der Bachbrunnen schenken unseren Gedanken eine Zeitreise. Da denkt man z.B. an den Martiniumzug der Spatzennestler vor ein paar Wochen oder die ein oder andere Eurcharistiefeier mit den Mieminger Sängern. Das Ortsmotiv an dieser Stelle strahlt dörfliche Behaglichkeit aus. Wir fotografieren den Moment und werden dabei von einer Katze beobachtet, die sich einen gegenüberliegenden Fenstersims als Sonnenliege aussuchte.


Kapelle in See

Der zugefrorene Mieminger See

Kurz nach 13 Uhr. Die südlich stehende Sonne führt uns zum Mieminger See nach Untermieming. Der im Süden durch den Sassberg geschützte Natursee liegt zwischen den Ortsteilen See, Tabland und Zein. Im Sommer dient der heute zugefrorene See den Miemingern und ihren Gästen als Badesee. Über geschätzte 30 Zentimeter Schnee gehen wir über den Rundwanderweg nach Untermieming. Nach knappen 15 Minuten erreichen wir die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.


Mieminger See

St. Georgs Kirche Obermieming

Die wunderschönen Kirchen, Kapellen und Bildstöckl in Mieming sind die Eckpunkte unseres sonntäglichen Winterausfluges. Sie lassen einen in dieser Jahreszeit leicht Zeit und Raum vergessen. In Richtung Obermieming führt uns der Weg weiter, am Mesnerhaus vorbei, zur spätromanischen St.-Georgs-Kirche. „Wir haben es bequemer“, rufen uns zwei Reiterinnen zu, die mit ihren Haflingern zum Weiler Fiecht unterwegs sind. Das stimmt, aber der Fußweg öffnet auch unbeschreiblich schöne Landschaftsbilder.


St. Georgs Kirche

Mieminger Plateau: 150 Kilometer gespurte Loipen

Zwischen Obermieming, Untermieming und Fiecht begegnen uns Skilangläufer. Den Wintergleitern stehen auf dem Mieminger Plateau 150 Kilometer gespurte Loipen zur Verfügung. Seit zwei Tagen sind alle Loipen, von Holzleiten bis Affenhausen gespurt. Nicht nur aus Sicht der Touristiker, ein optimales Timing. „Das ist unsere Zeit. Wir kommen seit 25 Jahren zum Skilanglauf auf das Mieminger Plateau“, sagen uns im Unterdorf rastende Freizeitsportler aus den Niederlanden. „Jetzt gehen wir in die Post "een Pintje packen“.


Skilangläufer

Bachkapelle am Lehnbach in Obermieming

Dem, zugegeben, verlockenden Besuch im über 550 Jahre alten Gasthof zur Post schließen wir uns nicht an. Nach einem freundlichen Lebewohl, „Tot ziens“, führt unser Weg von der Post weiter, an der im Sommer mit einem großen Fest neu geweihten Bachkapelle entlang zum Stöttlbach im Bereich "Kälberhag Riegl". Wir wollen zur 1100 Meter hohen Stöttlalm, dem Ausgangsziel unserer heutigen Winterwanderung. Der Heilige Nepomuk der Bachkapelle am Lehnbach in Obermieming steht um diese Zeit in einem besonders hellen Licht.


Bachkapelle

30 Minuten bis zur Stöttlalm

Beim Feuerwehrhaus gehen wir zur unteren Stöttlbachbrücke, durch den Kälberhag Riegl, vorbei an den niederen Almen, mit Blick auf die "Hohe Munde", Richtung Stöttl- und Boasligbrücke. Knappe 30 Minuten brauchen wir, um die, im August neu errichtete „Stöttlalm“ beim Golfplatz zu erreichen. Der Weg lohnt sich. Von der leider nicht bewirtschafteten Stöttlalm haben wir einen herrlichen Blick auf die umliegende Bergwelt des Mieminger Gebirges und der Alpen.


Hohe Munde

Stöttlalm bietet unvergleichlichen Rundumblick

Von der Stöttlalm, beim neuen 18-Loch-Golfplatz, schaut der Winterwanderer, den über 1900 Meter hohen Hochplattig im Rücken, über das Mieminger Plateau auf die Stubaier, Ötztaler und Pitztaler Alpen. Westwärts reicht das Auge bis Innsbruck. Von hier oben hat man einen unvergleichlichen Rundumblick. „Schade nur, dass man hier nicht einkehren darf“, sagten Feriengäste aus Hamburg, die sich über einen Aushang wundern, der mit dem „Bedauern“ der Golfplatzbetreiber den behördlichen Beschluss begründend mitteilt.


Stöttlalm

Wermuthstropfen im angedachten Glühwein

Wir, die Einheimischen, bedauern auch und versuchen die Gäste aus Hamburg zu trösten: „Die Betreiber stehen mit der zuständigen Behörde und der Gemeinde Mieming in Verhandlungen, wir alle hoffen, dass die Stöttlalm schon bald Wanderern offen steht“. Ein kleiner, aber herber Wermuthstropfen im angedachten Glühwein am Ausgang unserer Wintersonntagswanderung in Mieming. Den genehmigen wir uns dann aber doch noch, ein paar Minuten später, im Gasthof zur Post.


Rundumblick Stöttlalm

Fotostrecke: Wintersonntag in Mieming

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Fotoreportage: Knut Kuckel, Mieming-Plus, eMail: info@mieming-plus.at


Reportagen
Alpenrundflug um das Mieminger Plateau